Am 30. Mai wird die Brenner-Autobahn aufgrund einer Demonstration für acht Stunden vollständig gesperrt. Reisende, die nach Italien möchten, müssen mit erheblichen Umwegen rechnen.
Die Tiroler Behörden haben eine Demonstration auf der Brennerautobahn (A13) offiziell genehmigt, was zu einem umfassenden Stillstand auf dieser wichtigen Verkehrsroute zwischen Deutschland und Italien führen wird. Die Sperrung tritt am Samstag, dem 30. Mai, in Kraft und betrifft nicht nur die Autobahn, sondern auch das gesamte untergeordnete Straßennetz.
Protest gegen Verkehrsbelastung
Der Protest wird von Karl Mühlsteiger, dem Bürgermeister von Gries am Brenner, angeführt. Zusammen mit anderen Ortsvorstehern möchte er auf die „übermäßige Verkehrsbelastung“ im Wipptal aufmerksam machen. Nachdem frühere Versammlungen untersagt wurden, hat ein Gericht nun entschieden, dass das Recht auf Versammlungsfreiheit in diesem Fall schwerer wiegt als der ungehinderte Verkehrsfluss.
Kontrollen und Fahrverbote
Die Sperrung des Brennerkorridors gilt von 11 bis 19 Uhr für den gesamten Durchgangsverkehr. Die Polizei wird an den Landesgrenzen Kontrollen durchführen und Fahrzeuge ohne Ziel in den betroffenen Tälern zurückweisen. Für Lkw mit einem Gewicht von über 7,5 Tonnen gilt bereits ab 9 Uhr ein Fahrverbot in ganz Tirol.
Keine Umfahrungsmöglichkeiten
Da auch die Brennerbundesstraße (B182) gesperrt wird, stehen keine lokalen Umfahrungen zur Verfügung. Der Autobahnbetreiber Asfinag empfiehlt Reisenden, Tirol an diesem Tag weiträumig zu umfahren und stattdessen die Route über die Schweiz zu wählen. Wer dennoch die Fahrt antritt, muss mit einem „Versorgungsnotstand“ im Stau rechnen, so die Behörden.
Langfristige Lösungen für den Verkehr
Um die Verkehrsproblematik langfristig zu entschärfen, plant Tirol ein sogenanntes „Slot-System“. Dieses System soll helfen, die Staus auf der wichtigen Alpenroute zu reduzieren. Speditionen müssten ihre Fahrten im Voraus online anmelden, ähnlich wie bei der Buchung eines Flugzeugsitzes.
Die Strecke von Rosenheim bis Verona wird in drei Zonen unterteilt. Für jeden Abschnitt müssen Lkw über 7,5 Tonnen ein Zeitfenster buchen. Ist die Autobahn ausgelastet, sind keine Buchungen mehr möglich. Die Reservierung soll kostenlos sein, und nur Fahrzeuge mit frischen Lebensmitteln oder Tieren dürfen ohne Buchung passieren.
Der Plan befindet sich jedoch noch in der Entwicklungsphase. Deutschland, Österreich und Italien müssen sich zunächst auf die gemeinsame digitale Lösung einigen. Bis dahin bleibt die Fahrt über den Brenner eine Geduldsprobe für viele Reisende.
Bildquelle: depositphotos