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Drei Palästinenser binnen 48 Stunden im Westjordanland durch Siedler getötet

Im Westjordanland eskaliert die Gewalt, als innerhalb von zwei Tagen drei Palästinenser durch Siedler erschossen werden. Die israelische Armee nimmt über 30 Verdächtige fest und untersucht die Vorfälle.

Drei Palästinenser binnen 48 Stunden im Westjordanland durch Siedler getötet
KI-generiert

Die Situation im Westjordanland eskaliert weiter, da extremistischer Siedlergewalt mehrere Menschenleben zum Opfer fallen. In den letzten Tagen wurden drei Palästinenser durch Schüsse von israelischen Siedlern getötet, was in israelischen Medien zunehmend als „jüdischer Terror“ bezeichnet wird.

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Vorfall in Deir Dibwan

Ein 25-jähriger Palästinenser wurde in der Stadt Deir Dibwan, östlich von Ramallah, durch Schüsse von Siedlern getötet, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Dies stellt das dritte Todesopfer innerhalb von nur zwei Tagen dar. Berichten zufolge führte die israelische Armee in der Stadt Durchsuchungen durch und nahm mehr als 30 Personen fest.

Die palästinensische Autonomiebehörde gab an, dass israelische Streitkräfte mehrere Bewohner von Deir Dibwan festgenommen hätten. Auf der Plattform X wurden Videos veröffentlicht, die Dutzende Männer zeigen, die in einer Reihe eine Straße entlanggeführt werden. Diese Aufnahmen konnten bislang nicht unabhängig verifiziert werden.

Reaktionen und weitere Vorfälle

Die israelische Armee erklärte, sie habe Berichte über israelische Zivilisten erhalten, die ohne Genehmigung in das Gebiet eingedrungen seien. Diese Siedler seien anschließend „an die Polizei übergeben“ worden. Weitere Verdächtige, die angeblich Steine auf israelische Zivilisten geworfen hatten, wurden festgenommen, jedoch später wieder freigelassen. Zudem wurde ein weiterer Vorfall gemeldet, bei dem ein Palästinenser durch Schüsse getötet wurde, was derzeit untersucht wird.

Vorfall im Dorf Al-Mughajjir

Am Dienstag berichtete der Rote Halbmond, dass zwei Menschen im Dorf Al-Mughajjir im zentralen Westjordanland durch Schüsse israelischer Siedler getötet wurden. Unter den Opfern soll sich ein 14-jähriges Kind befinden. Vier weitere Personen wurden bei diesem Vorfall verletzt. Die israelische Armee gab an, auch diesen Vorfall zu untersuchen.

Hintergrund der Gewalt

Im Westjordanland leben neben etwa drei Millionen Palästinensern auch mehr als 500.000 Israelis in Siedlungen und Außenposten, die nach internationalem Recht als illegal gelten. Seit dem Großangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat die Gewalt im Westjordanland erheblich zugenommen. Der Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die Zahl der Gewalttaten durch radikale Siedler weiter erhöht.

Nach Angaben palästinensischer Gesundheitsbehörden wurden seit Beginn des Gaza-Kriegs mindestens 1065 Palästinenser im Westjordanland durch israelische Soldaten oder Siedler getötet. Offiziellen israelischen Zahlen zufolge kamen in diesem Zeitraum 46 Israelis, darunter Soldaten und Zivilisten, ums Leben.

Gewalt im Gazastreifen

Auch im Gazastreifen kam es zu tödlichen Vorfällen. Nach palästinensischen Angaben wurden bei einem israelischen Luftangriff fünf Menschen getötet, darunter drei Kinder. Der Angriff ereignete sich in der Nähe einer Moschee in Beit Lahia.

Steigende Gewaltzahlen im Gazastreifen

Die UN berichteten, dass die Zahl gewaltsamer Zwischenfälle im Gazastreifen seit Inkrafttreten der Waffenruhe einen neuen Höchststand erreicht hat. Zwischen dem 12. und 18. April stiegen die Vorfälle, wie Schusswechsel und Angriffe, im Vergleich zur Vorwoche um 46 Prozent. Dies stellt den höchsten Wochenwert seit der Waffenstillstandsvereinbarung im Oktober dar. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Beginn der Waffenruhe mehr als 760 Palästinenser im Gazastreifen getötet.

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