US-Militär führt Angriffe auf Iran nach Tankerangriffen durch
Nach dem Inkrafttreten eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran hat sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus deutlich erhöht. Trotz dieser Entwicklung wurden mehrere Tanker von iranischen Kräften angegriffen, was die US-Streitkräfte dazu brachte, militärische Maßnahmen einzuleiten.
In der Nacht führten die US-Streitkräfte Angriffe auf mehr als 80 Ziele im Iran durch, die am frühen Morgen abgeschlossen wurden. Nach Angaben des Regionalkommandos Centcom umfassten die Angriffe unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden, die sich in der Nähe der Straße von Hormus befanden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die iranischen Fähigkeiten zur Störung des Schiffsverkehrs in dieser strategisch wichtigen Meerenge zu beeinträchtigen.
Die US-Streitkräfte argumentierten, dass diese Angriffe eine Reaktion auf iranische Übergriffe auf drei Handelsschiffe seien, die unter den Flaggen der Marshallinseln, Liberias und Saudi-Arabiens fuhren. Centcom bezeichnete die Aggression des Irans als ungerechtfertigt und gefährlich, womit ein klarer Verstoß gegen die Waffenruhe vorliege. Die USA machten deutlich, dass der Iran für diese Handlungen Konsequenzen zu befürchten habe.
Luftalarm in Bahrain nach US-Angriffen
In Bahrain wurde nach den US-Luftangriffen auf iranische Ziele ein Luftalarm ausgelöst. Das Innenministerium des Landes aktivierte die Alarmsirenen, ohne weitere Einzelheiten zu den Gründen für diesen Alarm zu erläutern. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, ruhig zu bleiben und sich in Sicherheit zu bringen. In der Vergangenheit hatte der Iran häufig Raketen auf Länder abgefeuert, in denen US-Truppen stationiert sind, einschließlich Bahrain.
Die Intensität der US-Angriffe wurde als vier- bis fünfmal höher beschrieben als die militärischen Operationen vor etwa anderthalb Wochen. Berichten zufolge gab es Explosionen in der Hafenstadt Sirik, auf der Insel Qeschm und in der Nähe von Bandar Abbas. Iranische Medien berichteten von Verletzten als Folge dieser Angriffe, die von einem US-Beamten als „Bestrafung“ bezeichnet wurden.
Reaktionen auf die Angriffe
Als Reaktion auf den iranischen Angriff auf einen katarischen Flüssiggastanker vor der Küste des Oman bestellte Katar den stellvertretenden Botschafter des Iran ein. Das Außenministerium in Doha forderte Teheran auf, sämtliche Handlungen einzustellen, die die regionale Sicherheit gefährden könnten. Die Attacke wurde als inakzeptabel eingestuft.
Der Iran wies die Vorwürfe aus Katar als unbegründet zurück. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, kritisierte darüber hinaus die US-Entscheidung, die zuvor pausierten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft zu setzen. Diese Maßnahme verstoße gegen das Islamabad-Memorandum zur Waffenruhe, und Teheran machte Washington für die daraus resultierenden Folgen verantwortlich.
Saudi-Arabien schloss sich den Vorwürfen gegen den Iran an und verurteilte den Angriff auf das saudi-arabische Schiff „Wedyan“ in der Straße von Hormus.
Angriffe auf Tanker trotz Waffenruhe
Trotz der bestehenden Waffenruhe im Iran-Krieg wurden in der Straße von Hormus hintereinander drei Tanker angegriffen. Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) berichtete, dass ein unbekanntes Projektil einen Öltanker traf und einen Brand verursachte. Kurz danach wurden zwei weitere Schiffe attackiert.
Seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hat der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus erneut zugenommen. Die genauen Regelungen zur Meerenge stellen einen zentralen Streitpunkt zwischen den beiden Ländern dar, wenn es um ein endgültiges Ende des Iran-Kriegs geht. Im Verlauf des Konflikts, der von den USA und Israel im Februar begonnen wurde, hatte der Iran die Meerenge für die Schifffahrt geschlossen und Schiffe attackiert, während die USA iranische Häfen blockierten. Katar übernahm eine vermittelnde Rolle in diesem Konflikt.
Quellen: n-tv, Handelsblatt
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