23.01.2026, Polizeipräsidium Oberbayern Nord
Am 22. Januar 2026 erbeuteten Betrüger in der Mittagszeit durch die Betrugsmasche des Schockanrufs Schmuck und Gold im Gesamtwert von etwa 125.000 Euro von einer Seniorin. Die Kriminalpolizei Erding hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.
Gegen 10:30 Uhr erhielt eine Rentnerin aus Dietersheim einen Anruf von einer unbekannten Täterin, die sich als Mitarbeiterin eines Krankenhauses ausgab. Sie informierte die Seniorin über eine schwere Krebserkrankung ihrer Tochter und erklärte, dass für eine notwendige Behandlung in der Schweiz eine Vorauszahlung von 192.000 Euro erforderlich sei, da die Krankenkasse die Kosten zu spät übernehmen würde. Im Verlauf des stundenlangen Gesprächs einigten sich die beiden auf die Übergabe mehrerer Schmuckstücke und Goldgegenstände.
Gegen 12:30 Uhr erschien schließlich ein falscher Krankenhausmitarbeiter, um die von der Rentnerin bereitgestellten Wertgegenstände abzuholen. Der Betrüger nahm die Beute an sich und verschwand unerkannt.
Erst gegen 13:00 Uhr kamen der besorgten Dame Zweifel, weshalb sie die Polizei informierte. Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen blieben jedoch ohne Erfolg.
Der Abholer kann nur vage beschrieben werden:
- Männlich, ca. 30 Jahre alt
- 170 cm groß, schlank
- Schwarze Haare, Drei-Tage-Bart
- Humpelt leicht
- Sprach Deutsch mit leichtem Akzent, südländisches Erscheinungsbild
- Trug zum Zeitpunkt der Tat eine weiße Jacke
Die Kriminalpolizei Erding bittet Zeugen, die am gestrigen Tag im Gemeindebereich Dietersheim verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 08122 968480 zu melden.
Die Kriminalpolizei rät:
- Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie sich unsicher sind, wer anruft, und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
- Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
- Sprechen Sie am Telefon niemals über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen!
- Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
- Sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen über dieses Phänomen und warnen Sie sie vor den Vorgehensweisen der Täter!
Weitere Informationen zum Thema Schockanruf finden Sie im Internet auf den Seiten der Präventionskampagne Die Bayerische Polizei – Niederbayern: Telefonbetrüger haben erneut zugeschlagen und Die Bayerische Polizei – Betrugsfälle auf Kleinanzeigenportalen.
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Bildquelle: Depositphotos