Der Fall des ehemaligen Krankenpflegers Ulrich S. (45) wirft erhebliche Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Anzahl der möglichen Opfer. Bereits seit seiner Verurteilung wegen zehnfachen Mordes hat die Aachener Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf über 120 weitere Verdachtsfälle ausgeweitet. Ulrich S., der auf einer Palliativstation tätig war, soll seinen Patienten tödliche Medikamenten-Cocktails verabreicht haben.
Exhumierungen und neue Ermittlungen
In einem beispiellosen Schritt haben die Staatsanwaltschaften Aachen und Köln bereits 46 Leichname exhumiert, um zu klären, ob Ulrich S. für zusätzliche Todesfälle verantwortlich ist. Diese Maßnahmen beinhalten die Wiederbeisetzung der Leichname und die Untersuchung auf mögliche Mordmerkmale. Der Ex-Pfleger war im Rhein-Maas-Klinikum in Würselen (NRW) angestellt und soll während seiner Nachtschichten überhöhte Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht haben, oft in Kombination mit Schmerzmitteln.
Rechtliche Konsequenzen und weitere Ermittlungen
Im November 2025 wurde Ulrich S. vom Aachener Landgericht wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest, was eine Freilassung nach 15 Jahren nahezu ausschließt. Die Taten, für die er verurteilt wurde, fanden zwischen Dezember 2023 und Mai 2024 statt. Die Ermittler prüfen nun auch mögliche Morde, die vor diesem Zeitraum begangen wurden, da Ulrich S. bereits seit 2020 an der Klinik in Würselen tätig war.
Ermittlungen in Köln
Zusätzlich zu den Ermittlungen in Aachen wird auch in Köln nach möglichen Tötungsdelikten geforscht. Ulrich S. hatte bis 2020 in einer Kölner Klinik gearbeitet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln erklärte, dass die Ermittlungen aufgrund ihrer Komplexität noch viel Zeit in Anspruch nehmen werden. Die Aachener Staatsanwaltschaft hat bereits angekündigt, dass voraussichtlich eine weitere Anklage gegen den Pfleger erhoben wird, wobei der genaue Zeitpunkt noch unklar ist.
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