Im Rahmen eines historischen Schlags gegen Cyberkriminalität haben europäische und US-amerikanische Behörden bedeutende Fortschritte erzielt. Laut Mitteilung des Bundeskriminalamts (BKA) wurden drei der weltweit gefährlichsten Schadsoftware-Varianten aus dem Internet entfernt. Diese Programme waren häufig der Ausgangspunkt für zahlreiche digitale Erpressungen, von denen insbesondere Kommunen und Unternehmen betroffen sind.
Koordinierte Aktion von Behörden
In einer gemeinsamen Initiative von Europol, dem BKA und Microsoft wurden etwa 15.000 Internetseiten, mehr als 300 Server sowie über 140 Domains erfolgreich unschädlich gemacht. Der Schwerpunkt dieser umfassenden Maßnahmen lag darauf, die technische Infrastruktur der Cyberkriminellen nachhaltig zu zerstören.
Umfangreiche Folgen für Betroffene
Die Schadsoftware-Varianten „SocGholish“, „StealC“ und „Amadey“ wurden vor allem zur Erstinfektion von Geräten genutzt, wodurch Kriminelle Zugriff auf Computersysteme erhielten. Dies ermöglichte es ihnen, Ransomware zu installieren oder Passwörter sowie gespeicherte Zugangsdaten auszulesen, um mit diesen Informationen zu handeln.
Ermittlungen und Aufdeckung von Beweisen
Die Ermittler gaben an, dass rund 27 Millionen Zugangsdaten von über 385.000 Personen, die Opfer dieser Schadprogramme wurden, sichergestellt wurden. Betroffene können nun auf öffentlich zugängliche Plattformen zugreifen, um zu prüfen, ob ihre Daten betroffen sind. Darüber hinaus entdeckten die Ermittler Kryptowährungen im Wert von über 47 Millionen US-Dollar, die vermutlich aus Straftaten stammen. Die laufenden Ermittlungen in Deutschland beinhalten unter anderem Vorwürfe wegen banden- und gewerbsmäßiger Erpressung.
„Wir haben einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Cyberkriminalität gemacht“, sagte ein Sprecher des BKA.
Quellen: tagesschau