„Die Konsumzurückhaltung vieler Deutscher ist nicht nur Ausdruck finanzieller Sorgen“, erklärte BCG-Expertin Karin von Funck.
Die aktuelle wirtschaftliche Situation in Deutschland führt dazu, dass die Verbraucher ihr Geld besonders zusammenhalten. Dies zeigt eine Umfrage, die im April 2026 von der Boston Consulting Group (BCG) durchgeführt wurde. Die Studie ergab, dass 64 Prozent der deutschen Befragten die wirtschaftliche Lage als schlecht einschätzen, was einen Anstieg um zwei Punkte im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im europäischen Durchschnitt liegt dieser Wert bei 56 Prozent.
Wachsende Skepsis und Sparverhalten
Die Inflation, die seit dem Ausbruch des Nahost-Kriegs Ende Februar 2026 angestiegen ist, hat die Konsumgewohnheiten der Deutschen stark beeinflusst. 78 Prozent der rund 1800 in Deutschland befragten Personen rechnen damit, dass die Preise in den nächsten sechs Monaten weiter steigen werden. Gleichzeitig befürchten fast ein Drittel der Befragten, dass ihr Einkommen oder ihre Ersparnisse zurückgehen werden.
Verändertes Kaufverhalten
Die Studie zeigt, dass die Verbraucher in Deutschland zunehmend auf Rabatte und Sonderangebote achten. Bis zu 74 Prozent der Kaufentscheidungen werden durch Preisnachlässe beeinflusst, insbesondere bei Mode, Möbeln und Haushaltsgeräten. Zudem kaufen 55 Prozent der Deutschen regelmäßig Eigenmarken anstelle teurer Markenprodukte, während im europäischen Schnitt nur 39 Prozent dieser Strategie folgen.
Nachhaltigkeit verliert an Bedeutung
In Bezug auf Nachhaltigkeit hat sich das Kaufverhalten ebenfalls gewandelt. Nur noch 17 Prozent der Verbraucher in Deutschland sind bereit, für nachhaltige Produkte mehr Geld auszugeben. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat für viele Konsumenten oberste Priorität. Vier von zehn Deutschen würden zusätzliches Einkommen zunächst sparen, anstatt es auszugeben, was Deutschland im europäischen Vergleich an die Spitze dieser Sparneigung stellt. Technische Mängel: Rückrufaktion bei ausgewählten Mercedes-Fahrzeugen ist ein Beispiel für die Art von Themen, die Verbraucher in dieser Zeit beschäftigen.
Gesundheit als Ausnahme
Im Gegensatz zu anderen Bereichen sind die Verbraucher in Europa bereit, in ihre Gesundheit zu investieren. 64 Prozent der Befragten kochen lieber frisch, anstatt Fertiggerichte zu kaufen. 48 Prozent achten auf Produkte ohne künstliche Inhaltsstoffe, während die Hälfte zucker- oder kalorienarme Getränke bevorzugt. 46 Prozent haben ihren Alkoholkonsum reduziert oder planen dies. Laut von Funck bleibt Gesundheit eine der wenigen Kategorien, die sich dem allgemeinen Spartrend weitgehend entziehen.
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Quellen: n-tv