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Wal entdeckt neues Leben: Schwimmende Freiheit in der Lübecker Bucht

Ein Buckelwal hat sich erfolgreich aus einer Sandbank in der Lübecker Bucht befreit und schwimmt nun Richtung offenes Meer. Die Küstenwache begleitet das Tier, während Experten die weitere Entwicklung beobachten.

Wal entdeckt neues Leben: Schwimmende Freiheit in der Lübecker Bucht
KI-generiert

Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) – Ein erfreuliches Ende im Drama um den gestrandeten Buckelwal? Der Wal, der seit Montag auf einer Sandbank festsaß, hat sich in der Nacht selbst befreit. Am Morgen war die Sandbank, auf der er gefangen war, leer, und das Tier wurde in der Lübecker Bucht gesichtet.

Die Sichtung des Wals erfolgte durch Drohnen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, die ihn bei Sierksdorf entdeckten. Der Wal schwimmt entlang der Küste in Richtung offenes Meer. Sechs Schiffe der Küstenwache begleiten ihn auf seinem Weg in Richtung Dänemark, von wo aus er durch den Belt in den Atlantik gelangen kann.

Wasserstand und Rettungsmaßnahmen

Am Timmendorfer Strand herrscht eine optimistische Stimmung. Die Rettungsarbeiten, die ursprünglich um 7 Uhr fortgesetzt werden sollten, sind nun nicht mehr notwendig. Die Schutzzäune werden bereits abgebaut.

In der Nacht wurde durch den Wind Wasser in die Lübecker Bucht gedrückt, was zu einem Anstieg des Wasserspiegels um einen halben Meter führte. Sebastian Stoll, Koordinator an der Einsatzstelle, erklärte, dass der zuvor ausgebaggerte Sand, der eine Art Damm gebildet hatte, nun unter Wasser liegt.

Expertenmeinungen zur Gesundheit des Wals

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann, der den Wal am Donnerstag begleitete, stellte fest, dass es sich nicht um ein Jungtier handelt, sondern um ein ausgewachsenes, älteres Tier. Er äußerte sich zur Gesundheit des Wals:

„Das Gefühl ist vorsichtige Euphorie. Der Wal ist ja in keinem guten Gesundheitszustand. Die Haut sieht schlecht aus, er ist schwach, der hat lange nichts gefressen.“

Zudem seien im Maul des Tieres noch Reste eines Geisternetzes vorhanden, die er nicht entfernen konnte.

Lehmann äußerte sich auch zur Zukunft des Wals:

„Vielleicht finden wir ihn wieder und vielleicht sehen wir ihn nie wieder. Oder vielleicht liegt er einen Monat später tot am Strand.“

Er betonte, dass es gut möglich sei, dass der Wal nicht wieder gesichtet wird, und fügte hinzu:

„Ich würde sagen, man kann vorsichtig Entwarnung geben, wenn man ihn nicht in den nächsten Wochen an einem anderen Strand findet.“

Rettungsaktionen und Fortschritte

Die Helfer hatten am Donnerstag eine Rinne in die Sandbank gegraben, um dem Wal den Weg zurück ins tiefere Wasser zu erleichtern. Taucher Lehmann hatte ihm den Weg gezeigt. Bis zum Donnerstagabend hatte das Tier bereits etwa 40 Meter in Richtung Freiheit zurückgelegt. Als es dunkel wurde, wurde die Rettungsaktion jedoch abgebrochen, da nur noch zehn Meter zwischen dem Wal und der Freiheit lagen.

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Bildquelle: depositphotos

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