Nachrichten aus Traunstein und der Region

Aktuelles Echo
Schweizer Spieler warnen vor Schlangenbefall während der WM-Trainingsvorbereitung 2026 Schweizer Spieler warnen vor Schlangenbefall während der WM-Trainingsvorbereitung 2026 Vor 3 Minuten Iranische Fußballnationalmannschaft kämpft um Erfolg bei WM 2026 in den USA Iranische Fußballnationalmannschaft kämpft um Erfolg bei WM 2026 in den USA Vor 31 Minuten Völler kommentiert die Herausforderungen der WM und die politische Lage Völler kommentiert die Herausforderungen der WM und die politische Lage Vor 40 Minuten Live-Ticker: Angriff auf den Iran im Liveticker Live-Ticker: Angriff auf den Iran im Liveticker Vor 43 Minuten USA äußern schwere Vorwürfe gegen WM-Schiedsrichter und verhängen Einreiseverbot USA äußern schwere Vorwürfe gegen WM-Schiedsrichter und verhängen Einreiseverbot Vor 57 Minuten Meta muss WhatsApp für KI-Anbieter öffnen: EU-Kommission setzt Frist von fünf Tagen Meta muss WhatsApp für KI-Anbieter öffnen: EU-Kommission setzt Frist von fünf Tagen Vor 58 Minuten Kanzler Merz diskutiert Luftfahrtkonzept auf der ILA 2026 in Berlin Kanzler Merz diskutiert Luftfahrtkonzept auf der ILA 2026 in Berlin Vor 1 Stunde Kubicki setzt Merz im Fernsehen heftig zu – Zuschauer reagieren entsetzt Kubicki setzt Merz im Fernsehen heftig zu – Zuschauer reagieren entsetzt Vor 1 Stunde Netanjahu denkt über unilaterale Schritte gegen Iran nach Trumps jüngsten Äußerungen nach Netanjahu denkt über unilaterale Schritte gegen Iran nach Trumps jüngsten Äußerungen nach Vor 2 Stunden Warum ein Unternehmen 500 Millionen Euro vom Bund für Corona-Masken fordert Warum ein Unternehmen 500 Millionen Euro vom Bund für Corona-Masken fordert Vor 2 Stunden

Mieter in Deutschland kämpfen um finanzielle Entlastung bei steigenden Wohnkosten

Eine aktuelle Studie zeigt, dass jeder dritte Mieterhaushalt in Deutschland von Wohnkosten überlastet ist. Der Mieterbund fordert dringend Maßnahmen, um die steigenden Belastungen zu stoppen und Mieter zu schützen.

Mieter in Deutschland kämpfen um finanzielle Entlastung bei steigenden Wohnkosten
depositphotos

Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass jeder dritte Haushalt in Deutschland, der zur Miete wohnt, durch Kaltmiete und Heizkosten finanziell belastet ist. Der Deutsche Mieterbund bezeichnet die Ergebnisse als „alarmierend“ und fordert umgehende Maßnahmen.

Etwa 3,2 Millionen der rund 20 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland geben mehr als 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Wohnkosten aus. Dies geht aus einer Studie des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) hervor, die im Auftrag des Mieterbunds erstellt wurde.

Zusätzlich wenden 3,4 Millionen Haushalte zwischen 30 und 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für Kaltmiete und Heizkosten auf. Insgesamt sind somit etwa 6,6 Millionen Mieterhaushalte, also jeder dritte, als überlastet einzustufen.

„Alarmierende Zahlen“

Melanie Weber-Moritz, die Präsidentin des Deutschen Mieterbunds, äußerte sich besorgt über die Ergebnisse: „Die Bundesregierung muss jetzt Mieterinnen und Mieter vor weiteren Belastungen schützen.“ Die Studie stützt sich auf Daten des Mikrozensus 2022 zu Einkommen und Mieten, die auf den neuesten Stand von 2024 aktualisiert wurden.

Dem Bericht zufolge gehören 42 Prozent oder 8,3 Millionen der Mieterhaushalte zum unteren Einkommensdrittel, mit einem durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.417 Euro pro Monat. Diese Gruppe sei mit ihren Wohnkosten am „finanziellen Limit“. Besonders betroffen sind die untersten zehn Prozent der Einkommensverteilung, die eine durchschnittliche Wohnkostenbelastung von 60 Prozent aufweisen.

In Deutschland besteht ein Mangel von etwa 1,4 Millionen Wohnungen. Ein neuer Gesetzentwurf soll den Bau von Wohnraum beschleunigen.

Überlastung durch Wohnkosten im europäischen Vergleich

Das Statistische Bundesamt sieht hingegen einen geringeren Anteil der Bevölkerung, der von Wohnkosten überlastet ist. Im Jahr 2025 waren 11,2 Prozent der Menschen in Deutschland betroffen, was etwa jedem neunten Haushalt entspricht. Diese Zahlen basieren auf früheren europäischen Daten und berücksichtigen sowohl Miet- als auch Eigentümerhaushalte.

Ein Grund für die unterschiedlichen Statistiken liegt in der Definition der Überlastung: Die Statistiker betrachten Haushalte erst dann als überbelastet, wenn sie mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für Wohnen aufwenden. Nach den IWU-Daten wären dies 16 Prozent der Mieterhaushalte.

Den Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge lag Deutschland im vergangenen Jahr über dem EU-Durchschnitt von 7,7 Prozent. Nur in Dänemark (23,4 Prozent) und Griechenland (26,4 Prozent) war die Überlastung durch Wohnkosten noch verbreiteter. Am wenigsten betroffen waren die Haushalte in Kroatien (3,2 Prozent) und Zypern (2,4 Prozent).

Steigende Mieten belasten neue Mieterhaushalte

Der Anstieg der Mieten hat die Wohnkostenbelastung vieler deutscher Haushalte erhöht, insbesondere für diejenigen, die kürzlich umgezogen sind. Laut Mieterbund sind die Mieten in Verträgen, die ab 2020 abgeschlossen wurden, im Durchschnitt um mehr als ein Fünftel gestiegen. Mieterhaushalte, die nach 2020 eingezogen sind, haben eine um 33 Prozent höhere Belastung als früher eingezogene Haushalte.

Großstädte sind besonders betroffen: In Berlin liegen die Mieten für Haushalte, die nach 2020 eingezogen sind, im Durchschnitt 29 Prozent über dem Schnitt aller Mietverträge. In München sind es 26 Prozent und in Frankfurt 25 Prozent.

Ein Grund für diese Entwicklung ist, dass viele Menschen mit einem bezahlbaren Mietvertrag einen Umzug vermeiden, was den Mietmarkt stark einfriert. Die Wohnkostenbelastung in Metropolen liegt bei über 30 Prozent, bei neuen Mietverträgen sogar über 35 Prozent.

Forderungen des Mieterbunds

Der Mieterbund fordert eine Verschärfung der Mietpreisbremse sowie eine Erhöhung des Bestands an Sozialwohnungen. „Die Spirale immer stärker steigender Mieten muss gestoppt werden. Dazu muss die Bundesregierung die geplante strengere Ahndung von Mietwucher umsetzen, die Mietpreisbremse verschärfen und Verstöße mit empfindlichen Bußgeldern ahnden“, sagte Weber-Moritz.

Die Mietpreisbremse, die in angespannten Wohnungsmärkten bis 2029 gilt, sollte entfristet und bundesweit angewendet werden. In Berlin waren zuletzt nur in fünf Prozent der von der Mietpreisstelle geprüften Fälle die Mieten „mietpreisrechtlich zulässig“.

Zusätzlich fordert der Mieterbund, dass der Bestand an Sozialwohnungen bis 2030 von zuletzt 1,1 Millionen auf mindestens zwei Millionen Wohnungen erhöht werden soll. Auch müsse es mehr öffentliche Wohnungen geben, um im Mietwohnungsmarkt ein dauerhaft preisgebundenes und bezahlbares Segment zu etablieren.


Quellen: tagesschau

Bildquelle: depositphotos

Artikel teilen: