Der Tod von Emma Bonino wirft Fragen auf und hinterlässt eine Lücke in der italienischen Politik. Die ehemalige Außenministerin und EU-Kommissarin starb im Alter von 78 Jahren, wie ihre Partei Più Europa bekanntgab.
Bonino war von 1995 bis 1999 Mitglied der EU-Kommission und verantwortete dort die Bereiche Verbraucherschutz, Fischerei und humanitäre Hilfe. Ihre politischen Ambitionen führten sie später in Italien in hohe Ämter, unter anderem als Europa-Ministerin und Außenministerin.
Ein Leben im Zeichen der Frauenrechte
In den 1970er-Jahren trat Bonino als eine der ersten Vorkämpferinnen für die Rechte der Frauen in Erscheinung. In einer stark katholisch geprägten Gesellschaft setzte sie sich erfolgreich für die Legalisierung der Abtreibung ein. Ihre eigene Erfahrung mit einer illegalen Abtreibung prägte ihre Überzeugung und ihren Aktivismus.
Gesundheitliche Probleme
Bonino litt seit längerem an gesundheitlichen Problemen. Diese Woche wurde sie aufgrund von Atemnot in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert. Zunächst auf der Intensivstation behandelt, wurde sie später in eine private Einrichtung verlegt, nachdem eine Vereinbarung zwischen ihrem Arzt und dem Krankenhaus getroffen wurde.
Würdigung ihrer Leistungen
Ihr Ansehen war bis zum Schluss hoch. 2013 strebte Bonino an, die erste Frau an der Spitze des italienischen Staates zu werden, konnte sich jedoch nicht gegen den damaligen Amtsinhaber Giorgio Napolitano durchsetzen, der wiedergewählt wurde.
Die Anführerin der italienischen Regierung, Giorgia Meloni, bezeichnete Bonino als „starke und unverwechselbare Stimme der italienischen Politik“. Trotz ihrer unterschiedlichen politischen Ansichten erkannte sie den Einfluss und die Rolle Boninos im öffentlichen Leben Italiens an und sprach den Angehörigen ihr Mitgefühl aus.
Ein bleibendes Erbe
„Heute verlieren wir nicht nur unsere Vorsitzende, wir verlieren eine der klarsten, mutigsten und freisten Persönlichkeiten in der politischen Geschichte unseres Landes und der freien Welt“, erklärte Più Europa in den sozialen Medien.
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola äußerte ebenfalls ihre Trauer: „Europa, für das sie gekämpft hat, wird sie vermissen. Bonino hat nie gewartet, sondern sich stets entschieden, voranzugehen und anderen den Weg zu weisen.“
Quellen: t-online
Bildquelle: Francesco Pierantoni via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)
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