Hat der Iran im Machtspiel um die wichtige Öl-Route durch die Straße von Hormus an Einfluss verloren? Inmitten der durch den Irankrieg verursachten Energiekrise gibt es ermutigende Nachrichten aus der Region: Während das Mullah-Regime weiterhin versucht, die Meerenge zu kontrollieren, gelingt es der US-Marine gemeinsam mit Golfstaaten zunehmend, Tanker über eine südliche Alternativroute effizient zu leiten.
Positive Entwicklungen bei den Ölexporten
Offensichtlich zeigen diese Bemühungen Erfolge: Laut der Analysefirma Kpler haben die Exporte durch die Meerenge und andere Ausweichrouten etwa 80 Prozent des Volumens erreicht, das vor den militärischen Aktionen der USA und Israels exportiert wurde. Diese Angriffe begannen am 28. Februar unter der Leitung von US-Präsident Donald Trump. An den internationalen Märkten sind die Ölpreise aufgrund dieser Entwicklungen gesunken; der Preis für Brent-Öl fiel auf etwa 104 Dollar pro Barrel, was einem Rückgang von 1,3 Prozent entspricht.
Risiken und Unsicherheiten für den Iran
Die Situation für Teheran wird indes zunehmend angespannt: Die anhaltende US-Blockade gegen iranische Häfen hat gravierende Auswirkungen auf die Ölexporte, die für das Regime eine wichtige Einnahmequelle darstellen. Die iranische Wirtschaft leidet erheblich, und die Inflation erreichte im Sommer fast 88 Prozent. Laut Kpler könnte der Ölexport des Iran bis Ende Oktober nahezu vollständig zum Stillstand kommen.
US-Finanzminister Scott Bessent prognostiziert sogar einen schnelleren Rückgang: Er geht davon aus, dass der Iran seine letzten Öllieferungen nach China in den kommenden zwei Wochen abschließen wird, und danach werde das Regime „nichts mehr“ haben.
„Die iranischen Exporte liegen bereits nahe null – die US-Seeblockade zeigt deutliche Wirkung“, so der Ölexperte Ben Cahill.
Perspektiven für die Zukunft
Trotz der positiven Trends bleibt die Nervosität unter den Ölhändlern aufgrund der Möglichkeit einer erneuten Eskalation bestehen. Andrew Lipow warnt:
„Irans Druckmittel an der Straße von Hormus könnte schnell zurückkehren, wenn das Regime erfolgreich Tanker oder andere Energieinfrastruktur im Nahen Osten angreift.“
Dennoch könnte der militärische Druck durch die USA die Angriffsfähigkeiten des Iran erheblich geschwächt haben.
„Solange der Konflikt ungelöst bleibt, besteht ein gewisses Risiko“, sagt Cahill.
Die Hoffnung wächst, dass dies der Beginn einer Stabilisierung der hohen Öl- und Spritpreise sein könnte.
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