Kiel – In der Ostsee kommt es zu einem Machtspiel: Ein russisches Kriegsschiff ist seit dem Wochenende zwischen Fehmarn und der Lübecker Bucht aufgetaucht und sorgt für erhöhte Alarmbereitschaft in der Region. Der Zerstörer „Severomorsk“ wurde von Moskau in Stellung gebracht, um die russische Schattenflotte zu schützen. Diese Informationen wurden von den „Kieler Nachrichten“ veröffentlicht. Die Botschaft ist eindeutig: Russland demonstriert seine militärische Präsenz, und die NATO reagiert umgehend.
Das Vorgehen Moskaus war nicht unerwartet. Artem Bulatov, ein Vertreter des russischen Außenministeriums, hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass Optionen zur Stärkung des physischen Schutzes von unter russischer Flagge fahrenden Schiffen geprüft werden. Er betonte: „Die Möglichkeit, die Handelsflotte mit Schiffen der russischen Marine zu eskortieren, bleibt bestehen.“
Position des Zerstörers
Am 4. Mai verließ der Zerstörer „Severomorsk“ den Hafen Baltijsk in Kaliningrad und übernahm am Wochenende die Position der Raketenkorvette „Stavropol“, die seit Ende April in der Region im Einsatz war.
Die NATO ließ nicht lange auf sich warten. Unter dem Kommando von Vizeadmiralin Maryla Ingham wurde der ständige NATO-Einsatzverband 1 in die Ostsee verlegt. Das Flaggschiff ist die deutsche Fregatte „Sachsen“, die erst am Dienstag in Kiel Munition aufnahm.
Internationale Reaktionen
Zusätzlich zur „Sachsen“ rückte auch die französische Lenkwaffenfregatte „Auvergne“ an und nahm die „Severomorsk“ sofort ins Visier. Frankreich entsandte zudem ein Patrouillenboot und ein Aufklärungsschiff. Damit stehen sich nun hochgerüstete militärische Einheiten nur wenige Kilometer vor der deutschen Küste gegenüber.
Der 163 Meter lange und 7400 Tonnen schwere Zerstörer ist Teil einer umfassenderen Strategie Russlands, das zahlreiche Marineschiffe vom Ärmelkanal bis zur Ostsee stationiert hat. Hintergrund sind mehrere Vorfälle, bei denen Handelsschiffe mit Russland-Bezug beim Passieren der Ostsee gestoppt wurden.
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