Ab heute gilt die neue Regelung zur Festlegung der Benzinpreise, und wie von zahlreichen Experten prognostiziert, müssen Autofahrer in Deutschland mit höheren Kosten rechnen. Die Plattform „Benzin.jetzt“ hat untersucht, welche Entwicklungen sich nach 12 Uhr ergeben haben.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland gibt es vorerst keine Entwarnung: Nach der Einführung des umstrittenen „Österreich“-Modells sind die Spritpreise nicht gesunken, sondern gestiegen. Anstatt die Steuern und Abgaben zu senken, wie es in immer mehr EU-Ländern der Fall ist, hält die Bundesregierung an ihrer Position fest, die Autofahrer nicht zu entlasten. Stattdessen setzt Berlin auf eine verstärkte Regulierung. Die Hoffnungen, dass die neue Regelung – die eine Preiserhöhung nur einmal täglich um 12 Uhr erlaubt – zu sinkenden Preisen führen würde, haben sich bislang nicht erfüllt. Im Gegenteil, die Preise sind zunächst gestiegen.
Preisanstieg an freien Tankstellen
Eine Blitz-Analyse von „Benzin.jetzt“, die vorliegt, zeigt unerwartete Entwicklungen bei den Preisen und dem Verhältnis der Tankstellen zueinander. Die App vergleicht die Preise an verschiedenen Stationen und nutzt KI, um Empfehlungen zu geben, wann und wo es günstiger wird. Die Analyse basiert auf einem Panel von 238 Tankstellen bundesweit sowie Live-Daten von über 3200 Tankstellen in 61 Großstädten.
Drei Trends nach Einführung der neuen Benzinregelungen
Folgendes geschah heute rund um 12 Uhr:
- Preiserhöhungen um fast fünf Cent: „85,7 Prozent der Tankstellen haben ihre Preise um Punkt 12:00 Uhr erhöht. Hochgerechnet entspricht das etwa 12.900 Stationen bundesweit. Die durchschnittliche Erhöhung betrug 4,9 Cent pro Liter“, erklärte Oliver Wagner von „Benzin.jetzt“.
- Freie Tankstellen erhöhen Preise stärker: „Freie Tankstellen erhöhten im Schnitt um 13,3 Cent pro Liter, während Markentankstellen bei 8,8 Cent lagen. Autobahntankstellen reagierten moderater, starteten jedoch auf einem höheren Preisniveau“, so die Analyse. Diese Entwicklung hatte bereits Daniel Kaddik, der Chef des Verbands freier Tankstellen, vorhergesagt: Besitzer freier Tankstellen, die ohnehin Schwierigkeiten haben, mit großen Ketten zu konkurrieren, müssten nun einen „Sicherheitsaufschlag“ einrechnen.
- Wettbewerb bleibt aus: „In der ersten Stunde nach 12:00 Uhr wurden deutlich mehr Preiserhöhungen als Senkungen registriert. Der Durchschnittspreis sank bis 13:00 Uhr nur minimal“, berichtete Oliver Wagner.
Die Auswirkungen dieser neuen Regelung auf die Spritpreise und den Wettbewerb unter den Tankstellen bleiben abzuwarten.
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