Ab dem 1. Oktober 2026 erwarten Experten eine deutliche Reduzierung der Kraftstoffpreise in Deutschland. Die Bundesregierung plant, die Energiesteuer auf Diesel und Benzin stark zu senken. Dennoch könnte diese Maßnahme auf Skepsis stoßen, denn sowohl Verbraucherschützer als auch Automobilclubs befürchten, dass die Preisreduktion nicht in vollem Umfang an den Tankstellen ankommt.
Alarmierende Preisentwicklungen hat bereits der Auto Club Europa (ACE) festgestellt. Während die Rohölpreise stabil geblieben sind, haben die Kosten für Super E5 und E10 neue Höchststände erreicht. Der ACE zeigt sich besorgt, dass die Entlastung durch den Tankrabatt möglicherweise nicht rechtzeitig spürbar sein wird, wenn Autofahrer an die Zapfsäulen fahren.
Auch Ramona Pop, Vorständin des Bundesverbands Verbraucherzentrale, äußert Bedenken und warnt vor übertriebenen Erwartungen. Sie erinnert an die Erlebnisse aus dem Frühjahr, als der letzte Tankrabatt nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde. In dieser Zeit verzeichneten die Ölkonzerne Rekordgewinne. Pop betont, dass ein Tankrabatt keineswegs automatisch für eine Entlastung der Verbraucher sorgt.
Der ACV Automobil-Club Verkehr fordert eine vollständige Weitergabe des steuerlichen Entlastungseffekts an die Autofahrer. Der Tankrabatt soll die Verbraucher an den Zapfsäulen entlasten und nicht die Gewinnmargen entlang der Lieferkette erhöhen. Im Frühjahr wurden nur rund 80 Prozent des Rabatts an die Verbraucher weitergegeben, was sich keinesfalls wiederholen dürfe.
Der ADAC hat ebenfalls Stellung bezogen und erklärt, dass die gestiegenen Ölpreise sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs nur teilweise die aktuellen Preise rechtfertigen. Der Auto-Club erwartet, dass die Mineralölwirtschaft diesmal den Tankrabatt vollständig an die Verbraucher weitergibt, da die Preise bereits seit April unangemessen hoch sind. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, appelliert an die Ölkonzerne, die Entlastung schnell und umfassend weiterzugeben.
Die gesetzliche Grundlage für den Tankrabatt wurde am Freitag im Eilverfahren verabschiedet. Der Bundestag stimmte mit einer Mehrheit von 434 Stimmen für die Maßnahme, die eine Ersparnis von etwa 17 Cent pro Liter für Diesel und Benzin vorsieht. Diese Senkung der Energiesteuer gilt vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2026. Die tatsächliche Ersparnis für Autofahrer könnte, unter Berücksichtigung der zusätzlich anfallenden Mehrwertsteuer, bei etwa 16,7 Cent pro Liter liegen. Letztlich hängt es von der individuellen Fahrweise und dem Kraftstoffverbrauch ab, wie viel Geld tatsächlich im Portemonnaie der Autofahrer bleibt.
Quellen: Bild, Focus
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