Aufschwung im Bäckerhandwerk: Rekordzahlen bei Neugründungen
Inmitten beträchtlicher Herausforderungen, wie den steigenden Betriebskosten und dem Verbot von Sonntagsöffnungen, verzeichnet das Bäckerhandwerk einen bemerkenswerten Anstieg an Neugründungen. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks meldete für das vergangene Jahr einen Rekord bei der Anzahl der Neugründungen.
Im Jahr 2025 wagten 448 Bäckermeisterinnen und -meister den Schritt in die Selbstständigkeit, was als neuer Höchststand angesehen wird. Dennoch ist die Gesamtanzahl der handwerklichen Bäckereien in Deutschland um 2,8 Prozent auf 8.659 Betriebe gesunken. Der Verband betont, dass der Strukturwandel in der Branche weiterhin spürbar ist, jedoch langsamer als in den vergangenen Jahren voranschreitet.
Wirtschaftliche Lage und Umsatzentwicklung
Im Jahr 2025 stieg der Umsatz der Bäckereibranche um 1,3 Prozent auf 18,14 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten jedoch um 1,4 Prozent auf 232.000. Angesichts dieser wirtschaftlichen Widrigkeiten zeigt sich das Bäckerhandwerk als robust. Roland Ermer, Präsident des Verbandes, hebt hervor, dass viele Betriebe am Limit arbeiten und täglich mit den gestiegenen Kosten und einer wachsenden Bürokratie konfrontiert sind.
Kritik an gesetzlichen Rahmenbedingungen
Ermer äußerte außerdem Bedenken hinsichtlich der aktuellen gesetzlichen Vorgaben, die eine Gleichstellung zwischen Handwerksbetrieben und Industrieunternehmen schaffen. Diese Regelungen werden als Wettbewerbsverzerrung wahrgenommen. Der Verband fordert die Aufhebung der Einschränkungen für die Sonntagsarbeit, da Bäckereien derzeit an Sonn- und Feiertagen nur für drei Stunden Backwaren herstellen und liefern dürfen. Eine Änderung dieser Vorschriften wäre notwendig, um frische Backwaren am Sonntag und Montagmorgen anbieten zu können.
Zukunftsausblick für das Bäckerhandwerk
Die langfristige Perspektive der Branche könnte sich jedoch als positiv erweisen. Die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen hat zugenommen, was auf eine steigende Anzahl qualifizierter Fachkräfte hindeutet. Im Jahr 2023 traten 284 Gesellen zur Meisterprüfung an, was einer Steigerung von 7,6 Prozent entspricht. Diese Entwicklung könnte zu weiteren Neugründungen führen und die Qualität im Bäckerhandwerk sichern.
Zusammenfassend zeigt sich, dass das Bäckerhandwerk trotz erheblicher Herausforderungen eine erfreuliche Entwicklung bei Neugründungen aufweist. Die Branche bleibt optimistisch, dass die steigende Anzahl an Meisterprüfungen und die damit verbundenen Neugründungen zu einer Stabilisierung und möglicherweise zu einem Wachstum führen kann.
Quellen: n-tv, Rekord bei Neugründungen von Bäckereien, Wieder mehr Neugründungen im Bäckerhandwerk