Auswirkungen von 50 Euro: Zugang zur Schule für Kinder in Tansania
Im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung des Aktionskreises Ostafrika (AKO) wurden verschiedene laufende Projekte präsentiert. Ingrid Miertsch und Kirsten Rohwedder erläuterten, dass in Tansania alle Schülerinnen und Schüler eine Schuluniform benötigen, um die Schule betreten zu dürfen. Da sich viele Eltern die Kosten nicht leisten können, unterstützt der AKO seit vielen Jahren die Kinder der Angestellten des Krankenhauses in Kibosho.
Finanzielle Unterstützung für Bildung
Der Verein organisiert die Anfertigung von Schuluniformen, Schuhen und Rucksäcken vor Ort. Diese Rucksäcke sind mit allen benötigten Materialien für den Schulstart gefüllt, einschließlich Heften und Stiften. Darüber hinaus wird die Schulspeisung für ein ganzes Jahr finanziert. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 50 Euro pro Kind.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurde auf diese Weise rund 1200 Kindern der Zugang zur Schule ermöglicht. Sollte ausreichend Geld zur Verfügung stehen, wird dieses auch für die Renovierung von Schulgebäuden sowie den Bau von Toiletten und Schulküchen eingesetzt.
Medizinische Versorgung und Ausbildung
Dr. Achim Miertsch, Vorstandsmitglied des AKO mit Verantwortung für den Krankenhausbereich, berichtete über die Anschaffung neuer Untersuchungs- und Therapieeinheiten für die Augenklinik in Kibosho. Ein neuer hochempfindlicher Laser wird einen erheblichen Vorteil für die Patienten darstellen. Zudem erweitern neue Diagnosegeräte wie das Augendruckmessgerät und das Gesichtsfelduntersuchungsgerät die diagnostischen Möglichkeiten der Augenklinik. Eine komplette augenärztliche Untersuchungseinheit wurde im nahegelegenen Krankenhaus in Huruma installiert, ermöglicht durch die Organisation eines Containertransports nach Tansania durch Hans Siemer aus Traunstein.
Ein weiteres Projekt des Vereins ist die Kibosho Vocational Training School (KVTC), in der junge Menschen in verschiedenen Berufen, wie zum Beispiel Elektro-, Bau- und Sanitärhandwerk, ausgebildet werden. Ebenso können Berufe wie Friseure oder Schneider erlernt werden. Die Lehrküche der Schule vermittelt grundlegende Fähigkeiten für Arbeitsplätze in der Gastronomie im Tourismussektor und wird bereits mit Biogas betrieben. Die Umrüstung auf Biogas für die Schulküche ist für 2026 geplant.
Die Nahrungsmittelversorgung erfolgt durch die eigene Landwirtschaft der Schule, in der Schüler mitarbeiten, um ihre Talente zu entdecken und Fähigkeiten zu entwickeln. Solche Projekte tragen zur nachhaltigen Entwicklung der Gemeinden bei.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Die Umsetzung eines Projekts erfordert oft geduldige Verhandlungen mit den ortsansässigen Verantwortlichen sowie die Suche nach Kompromissen. Es ist erfreulich, wenn ein Projekt unmittelbar nach Erhalt der Genehmigungen und ausreichender Spenden starten kann. Sämtliche Vorhaben werden durch Spenden finanziert.
Die Betreuung der Projekte vor Ort erfolgt größtenteils durch den tansanischen Partnerverein AKO TZ Community Support, einer gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation. Seit vielen Jahren besteht eine vertrauensvolle Kooperation zwischen den beiden Partnern. Regelmäßig reisen Vorstandsmitglieder des AKO auf eigene Kosten nach Tansania, um sich über den Fortschritt zu informieren und Unterstützung zu leisten.
Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Aktionskreises Ostafrika verfügbar. Interessierte, die den Verein unterstützen möchten, können auf das Konto des Vereins mit der IBAN DE41 7105 2050 0005 7630 99 spenden.
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