Die Suche nach einem verborgenem Ozean unter der Eisdecke des Jupitermondes Europa, der möglicherweise Lebensformen beherbergen könnte, beschäftigt Astronomen seit geraumer Zeit. Derzeit ist die NASA-Sonde „Europa Clipper“ auf dem Weg zu diesem faszinierenden Himmelskörper, mit einer geplanten Ankunft im Jahr 2030.
Alternative Forschungsansätze bis zur Ankunft der Sonde
Um bis dahin weitere Erkenntnisse über Europa zu erlangen, wenden Wissenschaftler innovative Methoden an. Ein Team von Astronomen hat zwischen 2011 und 2024 die umfangreichste Radaruntersuchung des Jupitermondes durchgeführt.
Hierbei kamen das Goldstone Solar System Radar der NASA und das Green-Bank-Radioteleskop, unterstützt von der National Science Foundation, zum Einsatz. Diese Instrumente sendeten wiederholt Radiowellen zu Europa und erfassten die zurückkehrenden Signale.
Ergebnisse der Radarstudien und ihre Bedeutung
Die Ergebnisse der Messungen zeigen, dass die Radarwellen tief in die Eisschicht Europas eindringen und dabei auf eine Weise gestreut werden, die sich von den Reflexionen auf festen Himmelskörpern unterscheidet. Die Forscher berichteten, dass die Radarwellen mehrfach innerhalb von sauberem, porösem Eis reflektiert werden, bevor sie zur Erde zurückkehren.
„Dieses Phänomen, das als kohärenter Rückstreueffekt bekannt ist, verstärkt die Signale und erzeugt besonders starke Radar-Echos“, erläuterten die Wissenschaftler.
Durch diese Messungen können die Forscher auch Rückschlüsse darüber ziehen, wie tief die Wellen in das Eis eindringen, bevor sie abgeschwächt werden. Dies wird für zukünftige Radarinstrumente von Raumsonden wie „Europa Clipper“ von großer Bedeutung sein.
Schlussfolgerungen und Ausblick auf zukünftige Studien
Die neuen Radaruntersuchungen füllen eine Forschungslücke, die rund drei Jahrzehnte umspannt. Die Wissenschaftler verglichen ihre aktuellen Ergebnisse mit Radarstudien aus den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren und stellten eine hohe Übereinstimmung fest. Dies legt nahe, dass die Eisschicht seit Jahrzehnten konstante Radareigenschaften aufweist.
Die gewonnenen Erkenntnisse liefern neue Anhaltspunkte zur Transparenz der Eisschicht Europas gegenüber Radarstrahlung. Dies könnte die Auswertung der Daten von Raumsonden wie „Europa Clipper“ erheblich verbessern. Zukünftige Untersuchungen werden klären, ob sich unter der Eisschicht tatsächlich Bedingungen verbergen, die Leben ermöglichen könnten.
Quellen: t-online